„Tage wie diese“ … SC DHfK Leipzig demontierte THW Kiel


„Tage wie diese“ – der Superhit der Toten Hosen hätte nach diesem wahnsinnigen Match in der Handball-Bundesliga, anstelle der Wikinger-Choreographie, in der Arena Leipzig vor 4.900 Zuschauern gespielt werden müssen und die DHfK-Handballer zum Freudentanz durch die Halle „peitschen“ können, denn:

Der SC DHfK Leipzig demontierte in spielerischer, mentaler und kämpferischer Performance den THW Kiel mit 34:25 (15:11) Toren.

Höchst löblich: Der SC DHfK Leipzig zog die Lehren aus dem verlorenen Pokal-Halbfinale von Hamburg. Nicht die Tempohatz von der ersten Minute mit zu vielen technischen Fehlern und zu hohem Kräfteverschleiß für die Crunchtime sondern ein wohl temperiertes Angriffsspiel mit guter Struktur, guter Effizienz und verbesserter Abwehrleistung.

Milos Putera - „Tage wie diese“ … SC DHfK Leipzig demontierte THW Kiel - Foto: Rainer Justen
Milos Putera – „Tage wie diese“ … SC DHfK Leipzig demontierte THW Kiel – Foto: Rainer Justen

Aus der Arena Leipzig berichtet live SPORT4FINAL-Redakteur Frank Zepp.

17.05.2017 – SPORT4FINAL LIVE / Frank Zepp:

SPORT4FINAL-Redakteur Frank Zepp
SPORT4FINAL-Redakteur Frank Zepp

Was war eigentlich an diesem denkwürdigen Handball-Abend passiert?

Nach dem HSV Hamburg (2013) mit Trainer Michael Biegler am ersten Spieltag der vergangenen Saison besiegte der SC DHfK Leipzig zum zweiten Mal in eigener „Handball-Hölle“ einen ehemaligen Champions-League-Sieger (2007, 2010, 2012) mit dem THW Kiel.

Was RB Leipzig in der Fußball-Bundesliga im Spektakel-Match gegen Rekordmeister Bayern München am letzten Wochenende nicht schaffte, gelang dem SC DHfK Leipzig mit dem Kantersieg gegen den Handball-Rekordmeister, der auch noch in dieser Höhe gegen über 60 Minuten insgesamt chancenlose Kieler hoch verdient war. Alfred Gislason: „Ich bin sehr unzufrieden und extrem enttäuscht. Die 9-Tore-Niederlage ist eine Katastrohe. Ein hochverdienter DHfK-Sieg.“

Für den THW Kiel war es die höchste Bundesliga-Niederlage in dieser Spielzeit. Nur in der Champions League verlor man zu Hause einmal gegen die SG Flensburg-Handewitt mit acht Toren und auswärts bei Paris Saint-Germain mit 18 Toren. Dazwischen liegt schon der DHfK-Sensations-Erfolg … eben Tage wie diese.

Für Sport1-Moderatorin Annett Sattler war die Höhe des Erfolges auch sensationell: „In meinen 14 Jahren Moderation beim Sender habe ich nur sehr wenige Spiele in dieser Deutlichkeit und Souveränität gesehen, die der THW Kiel verloren hat. Ein toller Erfolg für Leipzig.“

Lucas Krzikalla und Alen Milosevic - „Tage wie diese“ … SC DHfK Leipzig demontierte THW Kiel - Foto: Rainer Justen
Lucas Krzikalla und Alen Milosevic – „Tage wie diese“ … SC DHfK Leipzig demontierte THW Kiel – Foto: Rainer Justen

DHfK-Geschäftsführer Karsten Günther „sah nach der Balingen-Niederlage keinen Schwachpunkt“. CCCP Chefcoach Christian Prokop erkannte im Spiel seiner Mannschaft „viel Leidenschaft und Herz. Eine fast perfekte erste Halbzeit mit einer Abwehr, die deutlich stärker war gegenüber dem Pokal-Halbfinale und die dem Gegner das Spiel aufzwang sowie die taktische Disziplin“ waren die Sieg-Garanten des Gastgebers. Dabei ragten aus einem harmonisch agierenden Team Andreas Rojewski (8 Tore) und „DHfK-Hexer“ Milos Putera (13 Paraden gegenüber 11 Paraden von Andreas Wolff) heraus.

Der THW Kiel offenbarte auch kämpferisch Defizite und war mental nicht so stark wie an vielen Tagen, an denen knappe Rückstände „locker“ gedreht wurden. Nur einmal im gesamten Match in Führung liegend beim 3:4 in der 10. Minute und dreimal gelang der Anschlusstreffer in der zweiten Halbzeit – mehr war nicht drin gegen die entfesselt spielenden DHfK-Handballer. Diese zogen vom 21:20 (44.) auf 29:22 (53.) Match entscheidend davon. Der THW Kiel hatte auch kräftemäßig, beiden spielten am Wochenende, nichts mehr entgegen zu setzen. Die sonstige „Kieler Waffe“ mit den Tempogegenstößen wurde nach der Pause eine DHfK-Domäne (5 Tore).

Eben ein Abend wie dieser – fast schon unvergesslich.

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